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Die gesündeste Zuckeralternative und der süße Geschmack



Der süße Geschmack wirkt aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin entspannend und harmonisierend. Wenn wir in der TCM diese Wirkung gezielt einsetzen möchten, um unsere Mitte zu stärken, denken wir nicht an Süßigkeiten, Zucker und Co., sondern an die milde Süße, die sich in vielen natursüßen Lebensmitteln (Getreide, reifes Obst, Wurzelgemüse, Nüsse, etc.) rausschmecken lässt.


Bei einer schwachen Mitte neigen wir zu Süßhunger und greifen besonders in stressigen Situationen gerne zu Süßem, um unsere Nerven zu beruhigen. Kurzfristig spüren wir die wunderbar entspannende Wirkung des süßen Geschmacks, aber langfristig führt der übermäßige Genuss von Süßigkeiten, Keksen und Schokolade zu Feuchtigkeit (die wir im Westen „Schlacken“ nennen).


Dass Zucker ein Energieräuber ist, ist mittlerweile allgemein bekannt. Aber den Industriezucker einfach durch Süßungsmittel wie Süßstoff, Honig, Dattelsirup oder Unmengen Trockenfrüchten zu ersetzen, löst das Problem der Feuchtigkeit leider nicht. Egal woher die Süße kommt, ob von Zucker oder einem alternativen Süßungsmittel: Schmeckt eine Speise SEHR süß, wirkt sie befeuchtend und schwächt somit im Übermaß gegessen die Mitte.


Das Gute in der TCM-Ernährung ist, dass auf NICHTS verzichtet werden muss. Die Zutaten in den Rezepten meiner Rezeptmappe "TCM für Naschkatzen" sind so kombiniert, dass die befeuchtende Wirkung des süßen Geschmacks durch Feuchtigkeit-ausleitende Lebensmittel und Gewürze (z.B. Zitronenschale oder Kardamom) gemindert wird. Und da der Genuss JEDE Speise bekömmlicher macht, empfehle ich, Desserts mit GUTEM Gewissen und viel ACHTSAMKEIT zu genießen. 😉


Um es mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe zu sagen:

„Kein Genuss ist vorübergehend. Der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend.“

Wenn du Rezepte aus meiner Rezeptmappe "TCM für Naschkatzen" ausprobierst, wirst du sehr wahrscheinlich merken, dass keines dieser Rezepte ÜBERsüß schmeckt. Das Ziel ist nämlich, den Körper wieder auf den natürlich süßen Geschmack zu „programmieren“. Wenn du eine richtige Naschkatze oder ein echter Schokotiger bist, empfehle ich dir, dich langsam an den mild-süßen Geschmack heranzutasten. Das heißt, du kannst immer ein wenig mehr vom Süßungsmittel verwenden als angegeben und dich nach und nach ans Originalrezept herantasten. Oder du kochst nach Rezept und verfeinerst die Speisen zum Schluss noch mit extra Puderzucker, gesüßtem Schlagobers, Schokostreusel, Fruchtsoßen, Sirup, etc. So machen wir es zuhause: meine Tochter und ich lassen uns das Originalrezept schmecken und mein Mann bekommt noch eine extra Portion Süß dazu. 😉


Meine Rezepte sind wandelbar und können an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Die meisten Rezepte sind vegan, glutenfrei, laktosefrei und/oder fruktosearm bzw. können Zutaten ganz einfach nach persönlichem Bedürfnis ausgetauscht werden. Aufgrund meiner Fruktoseintoleranz verwende ich zum Süßen gerne Roh-, Vollrohrzucker oder Reissirup (und einfach nicht so viel davon). Der Markt der Zuckeralternativen ist mittlerweile sehr groß und keiner kennt sich mehr aus, welche Süße jetzt die gesündeste ist. Aus Sicht der TCM ist - wie bereits erwähnt - die natürlich milde Süße die gesündeste, aber wenn es mal etwas süßer sein soll und darf, braucht es Unterstützung eines Süßungsmittels.


Um dich bei der Qual der Wahl zu entlasten, gibt es hier eine Tabelle zur Entscheidungshilfe:

Zuckerart

Fruktosegehalt in %

Glykämischer Index (GI)

Kilokalorien (kcal)

Haushaltszucker

50

65

387

Vollrohrzucker

50

35

399

Fruktose

100

25

399

Süßstoff

0

0

0

Honig

ca. 45

50

302

Agavendicksaft

70-90

15

304

Ahornsirup

ca. 35

54

260

Stevia

0

0

0

Kokosblütenzucker

45

35

378

Yaconsirup

75

1

197

Reissirup

0

98

327

Zuckeralkohole (z.B. Sorbit, Mannit, Isomalt, Maltit, Lactit, Sylit, Erythrit)

werden in Fruktose umgewandelt (außer Xylit und Erythrit)

0

240

​Dattelzucker

ca. 50

55

330

Quelle: https://ogaenics.com/de/zuckeralternativen-im-vergleich/


Je höher der glykämische Index, desto schneller steigt der Blutzucker an. Je niedriger der glykämische Index, desto konstanter bleibt der Blutzuckerspiegel.


Zur Verwendung der einzelnen Zuckerarten:

  • Vollrohrzucker ist weniger süß als Haushaltszucker und hat einen leicht karamelligen Geschmack.

  • Fruktose ist 2,5mal süßer als Haushaltszucker, greift aber auf Dauer die Darmflora an!

  • Künstlicher Süßstoff täuscht dem Gehirn vor, Süßes zu essen, was zu erhöhtem Appetit führen kann.

  • Honig ist süßer als Zucker. Ist er naturbelassen, enthält er wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren.

  • Agavendicksaft ist süßer als Zucker. Durch den hohen Fruktoseanteil kann er die Leber belasten.

  • Ahornsirup ist weniger süß als Zucker, trotz hohem glykämischem Index.

  • Stevia ist 300mal süßer als Zucker und schmeckt aber geschmacklich leicht bitter. Auch Stevia kann wie künstlicher Süßstoff Appetit auf Süßes verstärken.

  • Kokosblütenzucker schmeckt leicht karamellig und hat einen etwas niedrigeren GI als normaler Zucker.

  • Yacon Sirup hat einen niedrigen GI aber hohen Anteil an Fruktose, wodurch er die Leber belastet.

  • Reissirup ist gut geeignet bei Fruktoseintoleranz, hat jedoch einen hohen glykämischen Index.

  • Zuckeralkohole sind weniger süß als Zucker und können zu Bauchkrämpfen und Durchfällen führen.

  • Dattelzucker oder Dattelsirup schmeckt etwas süßer als herkömmlicher Haushaltszucker und hat mit 55 einen niedrigeren Glykämischen Index. Aufgrund des Fruktoseanteils ist er bei einer Fruktoseintoleranz leider nicht geeignet.

Der Vergleich der Zuckerarten macht deutlich, dass jedes Süßungsmittel seine Vor- und Nachteile hat und es die perfekte Zuckeralternative schlichtweg nicht gibt.


Somit bestätigt diese zahlenorientierte, westliche Ansicht die Empfehlung der Traditionellen Chinesischen Medizin:

Schärfe deinen Geschmackssinn und genieße Zucker(alternativen) selten und in kleinen Mengen!

Und kombiniere die Zutaten so, dass die süße Speise weniger befeuchtend und dafür ausgleichend, entspannend und harmonisierend wirkt. Wenn es dir sehr schwer fällt, bei industriellen Süßigkeiten "nein" zu sagen, stärke zusätzlich deine MITTE! Wie das geht, erfährst du HIER und HIER.


Erzähl mal: Wie gehst DU mit der Lust auf Süßes um? Wann überfällt sie dich? Kannst du nach einer kleinen Süßigkeit aufhören oder musst du die ganze Packung leer essen?


EnerQigeladene und süße Grüße ;)

Christina